Einstieg in deine Präsentation

By | März 6, 2016

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Der Anfang deiner Präsentation ist sehr wichtig: deine Zuhörer sollen gespannt darauf sein, was du zu erzählen hast.

Wenn du sie in den ersten paar Minuten überzeugen kannst, dass dein Vortrag interessant ist, werden sie dir weiterhin zuhören.

Andersherum: wenn du sie am Anfang nicht für dich gewinnen kannst, werden sie wahrscheinlich abschalten. Menschen haben gerade heutzutage eine erstaunlich kurze Aufmerksamkeitsspanne (kein Wunder bei der Flut an Informationen durch Fernsehen, Facebook, Twitter, usw.).

In diesem Artikel erfährst du, wie du die Aufmerksamkeit deiner Zuhörer gewinnst.

Denk einmal an die Präsentationen, die du vor 1-2 Monaten gesehen hast. An welche kannst du dich erinnern? Und warum?

Zuhörer erinnern sich an den Einstieg deines Vortrags viel besser als an den ganzen Rest. Das ist normal, insbesondere bei abstrakten und komplizierten Themen.

Du hast wahrscheinlich schon viele Vorträge gesehen, die am Anfang einfach nur den Vortragstitel genannt haben und dann sofort ins Thema eingestiegen sind. Bitte mach das nicht so. Fange mit etwas an, was das Interesse des Publikums weckt. Etwas, das motiviert dir weiter zuzuhören.

Als allererstes musst du die Aufmerksamkeit deines Publikums gewinnen. Noch bevor du irgendetwas anderes erzählst.

Wie machst du das?

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

  • Erzähl etwas Persönliches von dir, zum Beispiel eine Anekdote aus deinem Leben, die etwas mit deinem Thema zu tun hat. Das muss an sich gar nichts Außergewöhnliches sein. Wenn du von einem deiner Hobbies erzählst oder etwas von der Stadt, aus der du kommst, dann reicht das schon. Gib dabei nicht an, sondern erzähle es freundlich und vielleicht mit einem Schuss Selbstironie. Wenn du etwas persönliches bringst, wird dich das sympathisch machen und die Leute können sich mit dir identifizieren. Und wenn du ihnen sympathisch bist, dann werden sie dir eher zuhören.

Ich habe bei einem Vortrag am Anfang mal erzählt, dass ich als Kind gerne Asterix und Obelix gelesen habe. Und dann habe ich mein mathematisches Problem mit Asterix, Obelix, Römern und Wildschweinen motiviert.

  • Erzähle etwas von dir, was du mit deinem Publikum gemeinsam hast. Falls du also früher einmal in der Firma gearbeitet hast, bei der du vorträgst, dann sag das. Oder wenn du früher etwas studiert hast, womit deine Zuhörer nicht rechnen und was etwas mit ihnen zu tun, dann sag ihnen das. Zum Beispiel wenn du als Kommunikationsexperte eingeladen bist um vor Ingenieuren vorzutragen und du vor vielen Jahren einmal Maschinenbau studiert hast. Dein Publikum wird dann eher das Gefühl bekommen, dass du einer von ihnen bist. Und dann werden sie dir eher zuhören. Sag aber nicht direkt sowas wie „Ich weiß genau was ihr hören wollt, weil ich auch so bin wie ihr.“ Ob das so ist entscheiden deine Zuhörer, nicht du.
  • Stell deinem Publikum eine freundliche (Wissens-)Frage. Also eine Frage, bei der du deine Zuhörer gut aussehen lässt (insbesondere, falls sie sie beantworten können). Frage also zum Beispiel:

„Weiß jemand von Ihnen zufällig wie lang der Amazonas ist?“

  • anstelle von „Von ihnen weiß wahrscheinlich niemand, wie lang der Amazonas ist, oder?“ Gut sind Fragen, durch die die Leute das Gefühl haben, etwas interessantes oder wissenswertes zu lernen. Zum Beispiel: “Was glauben sie: durch welche Steuer nimmt der deutsche Staat am meisten Geld ein?”
  • Spiele auf eine gemeinsame Erfahrung von dir und deinem Publikum an. Etwas, das einzigartig für eure konkrete Situation ist. Beispiele:
    • Ich hab einmal eine Vorlesung gesehen, bei der der Professor einen Querbezug zu dem Klettergarten gezogen hat, in dem wir am Tag vorher alle gemeinsam waren.
    • Eine Seminarteilnehmerin hat mal von Geckos erzählt (diese Tiere, die Wände hochlaufen können) und uns dann erzählt wie praktisch das doch wäre, wenn wir das auch könnten. Weil wir dann auf dem Weg vom Seminarraum zur Cafeteria nicht den langen Umweg nehmen müssten, sondern einfach an der Außenwand des Gebäudes einen Stock tiefer gehen können.

Handzeichen

  • Mache eine Umfrage im Publikum (mit Handzeichen). Frage dein Publikum zum Beispiel
    • “Wer von Ihnen war schon mal in den USA?”
    • “Wer von Ihnen hat Kinder?”
    • “Wer von Ihnen war schon einmal auf einer Weinprobe?”
  • Hebe dann deine eigene Hand, damit die Leute sofort sehen, dass sie sich jetzt melden sollen. Mach das ruhig auch dann, wenn die Frage auf dich selbst eigentlich nicht zutrifft (also falls du z.B. selbst noch nie in den USA warst). Am besten sind Fragen, bei denen deine Zuhörer sich freuen öffentlich die Hand zu heben. “Wer von Ihnen hat letztes Jahr Geld gespendet?” ist also viel besser geeignet als “Wer von ihnen hat letztes Jahr zugenommen?” :-). Wer bei deiner Abstimmung die Hand hebt, wird dir eher zuhören, weil er erwartet, dass dein Vortrag ihn betrifft. Und auch wer seine Hand nicht hebt, wird "sanft gezwungen" sich mit dir und deinem Thema auseinanderzusetzen, wenn er deine Frage beantwortet.
  • Bringe ein Zitat, das etwas mit deinem Thema zu tun hat. Zitate gibt's im Internet, zum Beispiel zitate-online.de. Je bekannter das Zitat und die Person, die es gesagt hast, desto besser. Auch gut: wenn dein Publikum diese Person wahrscheinlich sympathisch findet (kommt auf dein Publikum drauf an). Auf die ensprechende Folie schreibst du dann nur das Zitat und eventuell ein Bild der Person, die es gesagt hat. Dadurch verknüpfst du dein Thema mit etwas anderem, was deine Zuschauer schon kennen und sie werden es sich dann besser merken können.

John F. Kennedy Zitat

  • Stelle eine provokante These auf. Menschen werden generell aufmerksam, wenn du eine Behauptung in den Raum stellst, der sie intuitiv widersprechen. Ein Kollege von mir hat zum Beispiel mal einen Vortrag mit dem Zitat angefangen

 „Never leave that till tomorrow which you can do today. “ (Benjamin Franklin)

  • ("Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.") Und dann hat er gesagt, dass er in seinem Vortrag zeigen wird, dass das falsch ist. Fand ich phantastisch! Nachdem du deine These gebracht hast, versprich deinen Zuschauern, dass du in deinem Vortrag erklären wirst, warum sie stimmt. Damit werden deine Zuhörer garantiert wachgerüttelt. Bitte übertreibe es aber nicht mit der Provokation. Bringe keine rassistischen Thesen, nichts unter der Gürtellinie und beleidige insbesondere dein Publikum nicht.
  • Bring einen Gegenstand mit. Wenn du etwas in deinem Einstieg erzählst und dazu ein Gegenstand gut passt: bringe ihn mit und erzähle etwas dazu. Auf deinen Folien kannst du noch so schöne Abbildungen oder Fotos zeigen: etwas Echtes zum Anfassen ist viel realer und die Leute werden sich daran erinnern. Du kannst dir überlegen(!) dein mitgebrachtes Objekt hinterher herumzureichen. Das bringt allerdings potentiell Unruhe in deinen Vortrag und Leute, die etwas herumreichen und anschauen, werden dir dabei nicht mehr so gut zuhören. Also lass das im Zweifelsfall lieber sein. Mach das auch nur bei Dingen, bei denen du es verschmerzen könntest, falls du sie im Publikum verloren gehen.

Eine Professorin an meiner Uni hat mal in der Vorlesung einen Bonbon herumgeben lassen. Wie erwartet ist der dann irgendwann verschwunden :). Damit hat sie visualisiert, wie im Internet manchmal Datenpakete verloren gehen.

Zeitung

  • Finde einen aktuellen Bezug. Gibt es etwas, über das in den Tagen vor deinem Vortrag viele Leute reden und das etwas mit deinem Thema zu tun hat? Vielleicht etwas Politisches, ein wichtiges Sportereignis oder ein großer Film, der demnächst in die Kinos kommt? Dann stelle die Verbindung heraus. Menschen können sich generell Dinge besser merken, die sie an schon bekannte andere Sachverhalte „andocken“ können. Das wird dir helfen dein Thema gut rüberzubringen.
  • Mach etwas, womit keiner rechnet. Die meisten deiner Zuhörer haben schon viele Präsentationen gesehen und haben eine bestimmte Erwartung an deinen Vortrag. Mach (zumindest am Anfang) etwas ganz Unerwartetes. Dafür reicht es zum Beispiel schon, wenn du
    • mit einer schwarzen Folie startest und deinen Zuhörern etwas erzählst, ganz ohne Unterstützung von PowerPoint,
    • einen Ausschnitt aus einem Musikstück vorspielst,.
    • du ein T-Shirt anhast, das mit deinem Vortrag in Verbindung steht,
    • den ersten Satz in einer Fremdsprache sagst.

    Dadurch wirst du die Aufmerksamkeit deiner Zuhörer bekommen. Wichtig ist hier wieder: was du tust muss mit deinem Thema in Verbindung stehen. Mach keinen Effekt nur um des Effektes willen.

anders machen

  • Generell: mach etwas anderes, als alle anderen in ihren Vorträgen. Dann ist dein Vortrag allein schon deshalb interessant, weil er anders ist. Die meisten Leute haben schon unzählige Präsentationen gesehen und die meisten von ihnen waren wahrscheinlich sehr ähnlich (PowerPoint-Folien mit sehr vielen Aufzählungen, etc.). Wenn du dich davon abhebst, dann hast du die Aufmerksamkeit der Leute.

Unerwartet = Interessant = Aufmerksamkeit für dich

2 thoughts on “Einstieg in deine Präsentation

  1. kolossboulevard

    vielen Dank die Seite hat mir sehr geholfen ( damit ich informationen habe, wie ich meine präsentation noch besser machen könnte) ich muss am Montag, den 12.12.16 eine Powerpoint präsentation halten, und zwar über den Kinder erzieher. Ich weiß nur nicht, wie ich am besten Anfangen kann. Z.b. Handzeichen o.ä. . Da hab ich nicht so viel Ahnung. ich weiß nicht, wie ich meine Klassenkameraden überzeugen kann, mir zuzuhören ( Ich habe eine nervige klasse, die hören so gut wie nie zu.). könntet ihr mir eventuell helfen? ich muss bis Montag fertig werden. Ich habe nicht mal angefangen, in der Hoffnung, eine super Seite wie die hier zu finden. Ich benötige Hilfe, Wäre echt sehr nett von euch wenn ich hilfe bekommen könnte... Die E-mail, die ich eingegeben habe, existiert nicht. also evtl. hier eine Antwort zurückschreiben? Ich weiß echt so gut wie gar nichts über powerpoint, vielleicht auch die Gliederung...? Auf jeden Fall wäre es sehr nett von euch, wenn ihr mir helfen könntet. ich hab die Seite gefunden und habe mir nur so gedacht: "ICH DREH AM RAAAAD" bitte ich benötige schnelle Hilfe ... 🙁

    bitte...

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