Gute Struktur für deine Präsentation

By | Februar 17, 2016

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Du willst, dass deine Zuhörer deinem Vortrag gut folgen können?

Dass sie immer wissen, worüber du gerade sprichst und wie das mit dem bisherigen zusammen hängt?

Dann brauchst du eine gute Struktur in deiner Präsentation.

In diesem Artikel erkäre ich dir, wie du die hinbekommst.

Vorbereitung

Bevor du überhaupt die erste Folie machst muss dir klar sein, welche Botschaft du deinen Zuhörern rüberbringen willst.

Frage dich: wenn ich meinem Publikum nur einen einzigen Satz sagen dürfte, welche Satz wäre das?

  • Dieser Satz ist deine Kernbotschaft. Dein Ziel ist es, dass deine Zuhörer am Ende dessen Aussage mit nach Hause nehmen (idealerweise natürlich noch mehr :-)).
  • Dann strukturieren. Sobald du diesen Satz kennst, kannst du deinen Vortrag strukturieren, damit deine Kernbotschaft rüberkommt.
  • Nur eine Kernbotschaft. Wenn du mehrere verschiedene Kernbotschaften hast, überlege dir, wie man sie zu einer Aussage zusammenfassen kann. Denn: wenn du mehrere solcher Aussagen rüberbringen willst, dann wird sich dein Publikum im Zweifelsfall eher keinen von beiden merken als beide.

Einleitung

Das allererste und wichtigste, das du bekommen willst, ist:

Die Aufmerksamkeit deiner Zuhörer!

Die bekommst du nicht von alleine. Wenn du dein Publikum am Anfang nicht für deinen Vortrag motivierst, werden deine Zuhörer über kurz oder lang abschweifen.

Sie werden auf ihrem Smartphone ihre eMails checken oder vielleicht ihren Laptop rausholen und etwas arbeiten.

Aufmerksamkeit holen ist das allerallererste, was du machen musst (noch bevor du dein Thema vorgestellt hast).

Und dabei musst du ganz schnell sein. Menschen haben sehr kurze Aufmerksamkeitsspannen. Wenn Leute zum Beispiel einen Artikel im Internet lesen, dann klicken sie auch ganz schnell weiter, wenn sie nicht sofort überzeugt sind, dass er interessant ist.

Wie sieht ein guter Einstieg in deinen Vortrag aus, mit dem du die Aufmerksamkeit bekommst?

Da gibt's verschiedenen Möglichkeiten:

  • Erzähl eine Anekdote aus deinem Leben, die etwas mit deinem Thema zu tun hat. Du musst dabei kein Meister im Geschichten erzählen sein. Wenn du etwas persönliches bringst, wird dich das sympathisch machen und die Leute können sich mit dir identifizieren.
  • Stell deinem Publikum eine freundliche Frage. Also eine Frage, bei der du dein Publikum gut aussehen lässt. Also zum Beispiel: „Weiß jemand von Ihnen zufällig wie lang der Amazonas ist?“ Das kommt viel freundlicher rüber als „Von ihnen weiß wahrscheinlich niemand, wie lang der Amazonas ist, oder?“
  • Bringe ein Zitat, das etwas mit deinem Thema zu tun hat. Zitate gibt's im Internet, zum Beispiel zitate-online.de. Je bekannter die Person, die es gesagt hast, desto besser. Auch gut: wenn dein Publikum diese Person wahrscheinlich sympathisch findet.
  • Stelle eine provokante These auf. Ein Kollege von mir hat mal einen Vortrag mit dem Zitat angefangen „Never leave that till tomorrow which you can do today. “ (Benjamin Franklin). Und dann hat er gesagt, dass er in seinem Vortrag zeigen wird, dass das falsch ist.
  • Erzähle etwas lustiges, was mit deinem Thema zu tun hat. Dabei musst du kein Comedian sein, der im Fernsehen auftreten könnte. Wenn die Leute ein bisschen schmunzeln, hast du schon sehr sehr viel erreicht.
  • Generell: mach etwas anderes, als alle anderen. Dann ist dein Vortrag allein schon deshalb interessant, weil er anders ist. Die meisten Leute haben schon unzählige Präsentationen gesehen und die meisten von ihnen waren wahrscheinlich sehr ähnlich. Wenn du dich davon abhebst, hast du die Aufmerksamkeit der Leute.

Am besten ist es, wenn deine Zuhörer deinen Einstieg abends ihrem Partner oder Mitbewohnern beim Essen erzählen können. Obwohl die von deinem Fachgebiet gar keine Ahnung haben.

Hier findest du mehr Tipps und Beispiele für einen guten Einstieg in deine Präsentation.

Tipp: lern die ersten 1-2 Sätze auswendig. Wenn die gut klappen, wird dir das Sicherheit für den Rest des Vortrages geben.

Thema erklären

Danach erklärst du das Thema deiner Präsentation. Erkläre hier das Problem, dessen Lösung du vorstellst, oder die Frage, die du beantworten wirst. Mach dabei klar, warum das einen Nutzen hat, was du vorträgst.

Motiviere warum man deine Frage beantworten sollte. Das kann ruhig emotional sein. Benutze ruhig Bilder, die das Problem verdeutlichen.

Versetze dich in dein Publikum hinein. Warum könnten deine Zuhörer sich dafür interessieren, was du erzählst? Welchen Bezug haben sie zu deinem Thema? Welchen Nutzen haben sie von deinem Inhalt?

Vergiss nie: du hältst deinen Vortrag für deine Zuhörer. Du willst, dass sie davon profitieren, dir zuzuhören.

Du kannst an dieser Stelle die Spannung steigern, indem du etwas interessantes beschreibst (zum Beispiel: “So kann man in nur 4 Monaten fließend Mandarin lernen.”) und dann versprichst, dass du in deinem Vortrag erklären wirst, wie das funktioniert. Versprich hier aber natürlich nur Dinge, die du hinterher auch halten kannst. Sonst fühlt sich das Publikum hinterher (zu Recht) getäuscht.

Hauptteil

Das ist der größte Teil deines Vortrages.

  • Gliederung. An dieser Stelle kannst du dir überlegen(!) eine Übersichtsfolie zu machen. Bei kurzen Vorträgen (20 min.) solltest du das nicht machen. So viel kannst du in so kurzer Zeit da gar nicht sinnvoll bringen, dass sich das lohnen würde.
  • Erkläre, was dein Thema so kompliziert macht (optional). Und zwar noch bevor du deine Lösung erklärst. Zum Beispiel was man intuitiv machen würde und warum das nicht klappt. Oder was man in der Vergangenheit gemacht hat und warum das heute nicht mehr geht. Dadurch überzeugst du die Leute auch davon, dass das nicht eh total simpel ist, was du da machst.
  • Erkläre nun die Antwort auf die Anfangsfrage bzw. deine Lösung für das Problem. Dieser Teil wird die meiste Zeit deines Vortrages ausmachen.

Ganz wichtig dabei ist das hier:

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  • Dein roter Faden. Was du erzählst, muss eine zusammenhängende Geschichte ergeben. Nach jeder Sinneinheit muss sich die nächste Sinneinheit logisch ergeben. Idealerweise so, dass sich dein Zuschauer immer von alleine die Frage stellt, die dann auf der nächsten Folie beantwortet wird.

Frag dich jeder einzelnen Folie, wie sie mit der vorherigen und der nächsten Folie in Verbindung steht.

  • Fang mit etwas an, was deine Zuschauer schon kennen. Auch wenn das eigentlich nichts neues ist, werden sie so besser ins Thema eingeführt. Oft ist es auch gut, sie an etwas zu erinnern, was sie eigentlich kennen könnten/sollten/müssten.
  • Mit Einfachem anfangen. Wenn du die Lösung für dein Problem erklärst, geh hier vom einfachen zum komplizierten. Oft gibt es eine konkretere oder einfacherere Version deiner Frage oder deines Problems auf die es eine einfachere Version deiner Antwort gibt. Fange damit an.

Folge: Deine Zuhörer werden schnell etwas verstanden haben und das finden Zuhörer generell gut! Dann werden sie dir wahrscheinlich auch weiter zuhören.

  • Dann komplizierter. Dann zum Geh danach zum komplizierteren, allgemeineren Fall. Erkläre den Leuten dabei genau, wie sich der einfachere Fall im komplizierten Fall versteckt. Sie werden es dann leichter haben, den allgemeinen Fall zu verstehen.
  • Mini-Zusammenfassungen. Wenn ein Sinnabschnitt zuende ist (der über mehrere Folien ging), dann kannst du den kurz zusammenfassen. Das hilft deinem Publikum das große Ganze zu erkennen. Wichtig: motiviere dabei den nächsten Schritt.

Lange Vorträge

Manchmal hältst du sehr lange Vorträge (damit meine ich 45 Minuten oder länger). Dabei wird es automatisch passieren, dass Leute dir zwischendurch nicht ganz zuhören.

Es ist normal, wenn Leute zwischendurch abschalten. Niemand kann sich am Stück 100% konzentriert zuhören. Das hat nichts mit deinem Vortrag zu tun.

  • Gib den Leuten dann eine Chance wieder einzusteigen. Ideal ist es, wenn du etwa nach dem halben Vortrag etwas lockeres einbaust, also zum Beispiel dem Publikum eine Frage stellst, eine Anekdote erzählst, etc. Also so ähnlich wie ganz am Anfang.
  • Auf neuen Abschnitt hinweisen. Wenn eine neue Sinneinheit anfängt, die man auch verstehen kann, ohne vorher alles verstanden zu haben, weise die Leute indirekt darauf hin. Also zum Beispiel: „Jetzt kommt der zweite Teil des Algorithmus und der hat mit dem ersten rein gar nichts zu tun.“ statt „Die von euch, die eingeschlafen sind,, können jetzt aufwachen, denn jetzt kommt etwas komplett anderes.“ :-))

Schluss

Am Schluss hast du einen ganz großen Trumpf in der Hand.

Alle werden dir zuhören, wenn sie realisieren, dass dein Vortrag gleich zu Ende ist.

  • Wiederhole deine Kernbotschaft. Also genau den einen Satz, den du dir ganz am Anfang überlegt hast, den dein Publikum behalten soll. Sag ihn am besten wörtlich.
  • Bezug zum Anfang herstellen. Mache klar, dass du deine Anfangsfrage beantwortet hast. Stelle einen Bezug zu deinem Einstieg her, wenn das passt.
  • Wichtigste Schritte/Argumente zusammenfassen. Mach das kurz in 1-2 Sätzen. Stelle eventuell Bezüge zum Hauptteil her ("Das war der Schritt mit dem roten Auto." etc.)
  • Ausblick. Maximal eine (!) Folie bringen mit zum Beispiel mit den nächsten Schritten für die Zukunft, offenen Fragen, etc.
  • Zum Handeln motivieren. Willst du die Leute mit deinem Vortrag dazu motivieren konkret etwas zu tun? Dann sag es hier direkt und ermuntere sie dazu.
  • Danach nichts mehr. Wenn du andeutest, dass Schluss ist, dann erwarten die Leute, dass das auch so ist. Und sie fühlen sich hereingelegt, wenn danach noch fünf Folien kommen. Wenn du noch mehr zu sagen hast, sag es lieber im Hauptteil.
  • Am Ende: hab einen guten Schlusssatz. Den kannst du auch vorher formulieren und auswendig lernen. Das kann deine Kernaussage sein oder ein Satz, den deine Zuschauer zum Schmunzeln bringt.

Zusammenfassung

  1. In der Einleitung holst du dir die Aufmerksamkeit der Leute. Dann erklärst du dein Thema und motivierst die Leute, dir weiter zuzuhören.
  2. Im Hauptteil erkärst du Schritt für Schritt deine Lösung, sodass jeder Schritt auf den vorherigen logisch aufbaut.
  3. Im Schlussteil fasst du deinen Inhalt sehr kurz zusammen und wiederholst deine Kernaussage, die deine Zuhörer mit nach Hause nehmen sollen.

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