Präsentation halten

By | März 14, 2016

Präsentation halten

Du hast deine Präsentation gut vorbereitet? Du hast eine passende Struktur gefunden und deine Folien sehen super aus? Du hast dir Feedback geholt?

Dann ist es jetzt Zeit deine Vortrag zu halten.

Hier ein paar Tipps dazu.

Du und dein Publikum

  • Halte Augenkontakt zum Publikum. Schaue insbesondere nicht auf die Projektionsfläche hinter dir und idealerweise nur selten auf deinen Laptop. Wenn du deine Zuhörer anschaust, dann werden sie sich von dir angesprochen fühlen, dir viel eher zuhören und auf mehr mit dir interagieren, zum Beispiel durch Fragen. Wenn du dich normalerweise mit jemandem unterhältst, dann schaut ihr euch ja auch gegenseitig an. Stell dir deinen Vortrag wie ein Gespräch vor, bei dem du mit zu vielen Leuten auf einmal sprichst (und natürlich viel mehr Redeanteile hast, als die anderen).
  • besonders am Anfang. Am Anfang des Vortrags haben viele Vortragende den Reflex sich umzudrehen, um auf die erste Folie zu schauen und von ihr das Thema abzulesen oder Namen von Kooperationspartnern zu nennen. Schaue stattdessen ins Publikum. Was du an dieser Stelle sagen willst, kannst du auch ohne deine Folien sagen (zur Not einfach auswendig lernen). Der Einstieg in deine Präsentation ist ganz wichtig, schon allein deshalb, weil es der erste Eindruck ist, den deinen Zuhörer von dir haben.

Konzentration

  • Konzentriere dich voll und ganz auf den Vortrag. Es ist jetzt nicht wichtig, wem du noch eine eMail schreiben musst, was du nachher noch einkaufen musst oder ob dein Hemd perfekt sitzt. Fokussiere dich darauf, eine richtig gute Präsentation zu halten, bei der dein Publikum alles gut versteht, was du sagst. Deine Zuhörer merken unbewusst, ob du gerade zu 100% bei der Sache bist, oder ob du innerlich abschweifst. Außerdem willst du, dass auch deine Zuhörer zu 100% bei der Sache sind und nicht gedanklich abwandern oder ihr Smartphone herausholen und eMails checken. Dein Publikum wird maximal so sehr bei der Sache sein wie du selbst.
  • Du machst das ganze für dein Publikum. Mach dir das innerlich klar. Natürlich fühlt sich das gut an, wenn deine Zuhörer klatschen, dir Aufmerksamkeit schenken oder über deine Scherze lachen. Darum geht es bei deiner Präsentation aber nicht primär. Bei deinem Vortrag geht es darum, dass deine Zuhörer verstehen, was du ihnen vermitteln willst. Wenn du das erreicht hast, dann hast du schon gewonnen. Bringe insbesondere keine Entschuldigungen, dass du nicht so gut vorbereitet oder nervös wärst. Das mag zwar so sein, aber dein Publikum ist nicht zu deinem Vortrag gekommen um das zu hören.

Interaktion mit dem Publikum

Frage

  • Fragen aus dem Publikum: sind super. Sie zeigen, dass deine Zuhörer sich dafür interessieren, was du erzählst. Wenn sich jemand im Auditorium meldet, dann sprich noch deinen aktuellen Satz zu Ende und nimm ihn dann dran. Hör nicht mitten im Satz auf zu sprechen, nur weil sich jemand meldet. Die Frage ist sicherlich wichtig; was du selber gerade sagst ist aber auch wichtig. Lass dich auch nicht mitten im Satz von einem Zuschauer unterbrechen. Bevor du die Frage beantwortest, wiederhole sie noch einmal. Gerade in großen Räumen kann man Fragende im Publikum schlecht verstehen.
    • Antworte zuerst mit etwas Positivem. Selbst wenn die Antwort auf die Frage klar „nein“ lautet, sag zuerst etwas wo implizit „Ja“ dahintersteht. Sag zum Beispiel, bei welchen verwandten Fällen die Antwort „ja“ wäre. Leute hören sehr gerne „ja“ und sehr ungern „nein“.

    • Lobe die Frage. Manche Fragen zeigen, dass ein Zuhörer das Thema gut verstanden hat und manchmal zeigt seine Frage eine interessante Richtung auf. Sag das dann ruhig. Der Fragende wird sich freuen und die anderen Zuhörer werden eher Fragen stellen, weil sie merken, dass du darauf positiv reagierst.

    • Abschweifende Fragen kannst du nach dem Vortrag in Ruhe beantworten, aber nicht während deiner Präsentation (insbesondere, wenn du nur begrenzt viel Zeit hast). Sag dann höflich aber bestimmt, dass die Frage vom Thema wegführt, dass du sie aber gerne später ausführlich beantworten wirst. Sehr abschweifende Fragen kannst du auch gleich auf die Kaffeepause nach dem Vortrag schieben.

    • Bleib souverän. Manchmal wollen Fragende dich in ein schlechtes Licht rücken oder sie wollen dich provozieren. Geh auf solche Spielchen nicht ein. In so einer Situation punktest du, indem du gelassen bleibst.

    • Dumme Fragen gibt es auch, versuche aber, den Fragesteller hier nicht dumm aussehen zu lassen. Man merkt auch ganz schnell an deiner Mimik, wenn du eine Frage für blöd hältst. Versuche das auf jeden Fall zu unterdrücken. Vergiss nicht: du kennst dich viel viel besser in deinem Thema aus als die meisten im Publikum. Und oft wissen an sich sehr schlaue Leute erstaunlich einfache Sachen nicht.

  • Störer. Manchmal gibt es einzelne Zuhörer, die deine Präsentation ständig unterbrechen, merkwürdige Fragen stellen, versuchen dich zu provozieren, etc. Lass dich auf keinen Fall aus der Ruhe bringen. Bleib immer souverän. Gehe nicht auf Provokationen ein oder auf andere Versuche dich von deinem Vortragsplan abzubringen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die meisten anderen Zuhörer auf deiner Seite sind. Bei denen wirst super punkten, wenn du selbstbewusst und gelassen bleibst.

Wie du dich vorne positionierst

  • Laptop in Sichtlinie zum Publikum. Stelle deinen Laptop so hin, dass du dessen Bild sehen kannst, während du zu deinen Zuhörern schaust, also zum Beispiel so:Laptop positionierenDu wirst ab und zu überprüfen müssen, dass du die richtige Folie aufgerufen hast etc. Wenn dein Laptop vor dir steht, dann musst du dich dafür noch nicht einmal wegdrehen. Ganz vermeiden solltest du dass du die projizierte Folie selbst anschaust, denn dann drehst du dich mit dem Rücken zum Zuschauerraum.
  • Entferne Blockaden. Dazu gehört alles, was räumlich zwischen dir und deinen Zuhörern steht. Also zum Beispiel Tische, ein Rednerpult oder allein schon ein Zettel, den du vielleicht in der Hand hältst. Versuche vor deinem Vortrag möglichst viel davon zu entfernen. Bei TED-Talks steht zum Beispiel überhaupt nichts zwischen dem Vortragenden und dem Publikum. Dennoch solltest du deinen Laptop noch sehen können. Finde hier einen guten Kompromiss.

Was du sagst und wie du es sagst

  • Fange mit dem ersten interessanten Satz an. Die meisten Vorträge haben ganz am Anfang einige Einstiegssätze, die nicht groß interessant sind, bis dann irgendwann der erste interessante Satz kommt. Tipp: Lass die Sätze am Anfang einfach weg. Fang gleich mit etwas interessantem an. Sehr viele TED-Talks sind so gemacht, dass mit dem ersten Satz sofort losgeht. Mach das auch so. Falls du aus Höflichkeit z.B. die Namen deiner Kooperationspartner sagen willst oder musst, dann baue deine Vortragsstruktur, sodass trotzdem die ersten Sätze gleich spannend sind.

Vorlesen

  • Nicht vorlesen. Halte deinen Vortrag frei, also ohne ein Manuskript zu haben aus dem du vorliest. Eine Präsentation ist ein Gespräch und gesprochene Sprache ist ganz anders als (auf-)geschriebene Sprache. Wenn du frei sprichst, dann hast du viel mehr Interaktion mit deinen Zuhörern, als wenn du abliest.
  • Auch nicht deine Stichpunkte vorlesen. Deine Folien sind dazu da, dich beim Erklären zu unterstützen. Deine Aufgabe als Vortragender ist nicht, aus den Stichwörtern auf den Folien Sätze zu bilden. Denn dann könntest du ja auch einfach deinem Publikum deine Folien mailen und bräuchtest gar keinen Vortrag mehr zu halten. Wenn du nur vorliest, dann wirst du keine Verbindung mit dem Publikum herstellen und du wirst deine Zuhörer wahrscheinlich auch nicht von deiner Kernaussage überzeugen. Wenn auf deinen Folien so viel Text steht, dass man schon weiß, was du sagen wirst, dann steht zu viel drauf. Mehr Tipps zum Vorbereiten deiner Folien.
  • Touch, turn, talk. Wenn du auf etwas auf deiner Folie zeigst, zeige erst mit dem Finger oder einem Zeigestock auf die entsprechende Stelle, drehe dich zum Publikum und sprich erst dann weiter. Du sprichst so deine Zuhörer direkter an und gibst ihnen auch ein paar Sekunden Zeit, in der sie erkennen können, worauf du da eigentlich zeigst.

Wie du vorne stehst und dich bewegst

  • Hab Energie und strahle sie aus. Idealerweise brennst du förmlich für dein Thema und kannst es nicht erwarten, deinem Publikum davon zu erzählen. Zeige das dann auch. Aber auch wenn du von deinem Thema weniger begeistert bist: je mehr Energie und Spaß du an der Sache zeigst, desto mehr wirst du deine Zuhörer fesseln.
  • Körperhaltung. Stell deine Beine etwa hüftbreit auseinander und stehe gerade. Lass deine Schultern dabei locker nach unten fallen.
  • Hände. Habe deine Hände am Anfang in der Körpermitte, ungefähr auf Höhe deines Bauchnabels. Nicht viel höher, denn dann nimmst du automatisch die Schultern hoch. Und auch nicht viel weiter unten, denn dann stehst du da wie beim Fußball beim Freistoß. Von dieser Position aus kannst du dann gestikulieren (und solltest es auch). Folge dabei keinem eintrainierten Muster, sondern gestikuliere, wie es sich für dich normal anfühlt.
  • Atmung. Wenn wir nervös sind, dann atmen wir meistens in den Brustkorb (statt in den Bauch) und unsere Stimme wird dadurch höher, piepsig und wirkt hektisch. Wenn wir dagegen entspannt sind, dass atmen wir in den Bauch und unsere Stimme klingt dadurch tiefer, ruhiger und souveräner. Versuche während deines Vortrags in den Bauch zu atmen. Deine Stimme wird dadurch viel ruhiger und angenehmer klingen und außerdem wirst du dadurch weniger nervös sein.
  • Lauf durchs Bild. Die meiste Zeit deines Vortrags wirst du neben der Projektionsfläche stehen. Laufe ab und zu durchs Bild und wechsele die Seite. Grund: meistens wirst du deinen Körper latent mehr in die Richtung der Folien drehen. Dabei drehst du einer Seite des Zuschauerraums etwas den Rücken zu. Und wer dort sitzt wird weniger in deinem Fokus sein. Zuhörer mögen es aber in deinem Fokus zu sein und von dir angeschaut zu werden. Das ist insbesondere wichtig, wenn deine Zuhörer hinterher über etwas entscheiden sollen (ob sie dir den Auftrag geben, etc.). Wechsele daher ruhig ab und zu die Seite, auch wenn du dadurch kurz durch das Bild läufst. Außerdem lockert es deinen Vortrag auf, wenn du nicht immer an derselben Stelle stehst.
  • Lächle … aber ehrlich! Wenn dir danach zumute ist zu lächeln, dann tu das ruhig. Das wirkt beruhigend auf deine Zuhörer und generell finden Menschen es schön, andere Leute lächeln zu sehen. Es ist kein Zufall, dass wir auf Fotos immer versuchen zu lächeln. Setze aber kein falsches Lächeln auf. Menschen können ein echtes von einem falschen Lächeln unterscheiden und dann wirkst du unauthentisch und nicht vertrauenswürdig.

Technik beim Präsentieren

Remote Presenter

  • Benutze einen Remote-Presenter. Das sind kleine Fernbedienungen für deinen PC, mit dem du auf die nächste Folie schalten kannst, während du referierst. Das ist besonders praktisch, wenn du Folien mit mehreren „Klicks“ hast. Dadurch musst du nicht ständig zu deinem Laptop zurücklaufen, sondern kannst einfach stehen bleiben, wo du gerade stehst, und weiterreden. Eine richtig gute Erfindung!

  • Benutze ein Mikrofon, wenn dein Vortragsraum groß sein sollte (am besten vorher erkundigen, ob es eins gibt). Wenn dich deine Zuhörer schon rein akustisch nicht verstehen können, hast du von vornherein verloren.
    • Am besten sind dabei Headset-Mikrofone. Großer Vorteil von denen ist, dass sie sich mit deinem Kopf mitdrehen. Dadurch kann dein Publikum dich auch dann gut verstehen, wenn du gerade zur Seite schaust.
    • Beliebt sind Mikros, die du dir an dein Hemd anstecken kannst. Falls du so eins benutzt, mach dir klar, dass deine Stimme wahrscheinlich nicht am Mikrofon ankommt, wenn du dich wegdrehst (zum Beispiel während du auf deine Folie hinter dir schaust).
    • In manchen Vortragsräumen gibt es nur Mikros, die du in der Hand halten musst. Die sind besser als nichts, allerdings kannst du dann mit einer Hand nicht mehr richtig gestikulieren. Außerdem wird deine Schulter auf der Seite des Mikros automatisch nach oben gezogen. Also benutzte wenn möglich einer der anderen Varianten.

Du kannst auch am Anfang deines Vortrages kurz nachfragen, ob man dich auch ganz hinten gut hören kann. Von vorne kann man oft schlecht einschätzen, wie gut man dich am anderen Ende des Raumen verstehen kann.

  • Benutze keinen Laserpointer, wenn sich das irgendwie vermeiden lässt. Zeige lieber mit dem Finger oder einem Zeigestock auf die Folie. Der Punkt des Pointers ist manchmal nur schwer zu erkennen (grüne Laserpointer sind dabei besser als rote!) und fast immer wird er ziemlich zittrig aussehen. Einfach weil du deine Hand nicht perfekt ruhig halten kannst (selbst wenn du überhaupt nicht nervös bist).
  • Statt Laserpointer: In vielen Fällen weißt du schon vor deinem Vortrag an welchen Stellen du gerne auf etwas auf deiner Folie hinweisen willst. In dem Fall kannst du an der entsprechenden Stelle einen Pfeil, Kreis, o.ä. erscheinen lassen.

Folie Pfeil

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